Cannabis Breeding einfach erklärt: Vom Male & Female zum Samen
Cannabis Breeding klingt komplizierter, als es eigentlich ist.
Du hast eine männliche und eine weibliche Cannabispflanze.
Der Male produziert Pollen. Dieser Pollen gelangt auf die weiblichen Blüten und bestäubt sie. Nach erfolgreicher Befruchtung beginnt die weibliche Pflanze, Samen zu entwickeln.
Male + Female → Bestäubung → Samen
Aber wann sind Male und Female bereit und woran erkennt man sie?
Wie erkennt man Male und Female?
Female
Die weibliche Pflanze entwickelt Blüten mit den typischen hellen Härchen, den sogenannten Stigmen.
Auf diesen Stigmen kann später der Pollen des Males landen.
Female = Blüten mit hellen Härchen
Male
Der Male entwickelt dagegen kleine männliche Blüten bzw. Pollensäcke.
Anfangs sind diese geschlossen. Mit zunehmender Reife öffnen sie sich und geben feinen Pollen frei.
Male = Pollensäcke → öffnen sich → Pollen
Welchen Male sollte man auswählen?
Nicht jeder Male ist automatisch gleich interessant für das Breeding.
Auch männliche Cannabispflanzen können Trichome bzw. Harzdrüsen entwickeln. Eine auffällige Trichombildung kann deshalb ein interessantes Merkmal bei der Auswahl sein.
Einfach gehalten kannst du beispielsweise auf Folgendes achten:
-
kräftiger und gesunder Wuchs
-
gute Pflanzenstruktur
-
auffällige Trichombildung
-
interessante und passende Genetik
Gerade wenn dein Zuchtziel in Richtung starker Harzproduktion geht, kann ein Male mit sichtbarer Trichombildung interessant sein.
Wichtig ist nur:
Ein harziger Male garantiert nicht automatisch besonders harzige Samen bzw. Nachkommen. Er bringt lediglich seine genetischen Informationen in die Kreuzung ein.
Wann ist der Male bereit?
Vergiss hier eine starre Wochenzahl.
Je nach Genetik kann sich der Male unterschiedlich schnell entwickeln.
Das wichtigste Zeichen ist:
Die männlichen Blüten öffnen sich und geben Pollen frei.
Bei untersuchten Cannabispflanzen wurde die Entwicklung männlicher Blüten ungefähr ab Woche 4 beobachtet, wobei reife Blüten in den folgenden Wochen Pollen freisetzten.
Merke dir deshalb lieber:
Geschlossene Pollensäcke = noch warten
Geöffnete Blüten + Pollen = Male ist bereit
Wann ist das Female bereit?
Beim Female ist häufig die 3.–4. Blütewoche ein interessantes Bestäubungsfenster.
Noch wichtiger als die genaue Woche sind aber die Blüten selbst.
Du möchtest viele frische und helle Stigmen sehen.
Viele frische, helle Härchen = Female ist bereit für Pollen.
Die genaue Entwicklung kann je nach Genetik etwas früher oder später stattfinden.
Wie funktioniert die Bestäubung?
Jetzt muss der Pollen des Males auf die frischen Stigmen des Females gelangen.
In der Natur übernimmt das hauptsächlich der Wind.
Beim Breeding wird der Pollen gezielt auf die gewünschten weiblichen Blüten übertragen. Dabei kann entweder die gesamte Pflanze oder nur ein bestimmter Blütenbereich bestäubt werden.
Landet lebensfähiger Pollen auf einem empfänglichen Stigma, kann er dort keimen.
Anschließend gelangt die männliche genetische Information zur Samenanlage und es kommt zur Befruchtung.
Ab diesem Moment beginnt die Samenentwicklung.
Was passiert mit dem Male danach?
Nach der erfolgreichen Bestäubung hat der Male seine Aufgabe erfüllt.
Für die weitere Samenentwicklung wird er nicht mehr benötigt.
Ganz einfach:
Der Male liefert den Pollen.
Das Female entwickelt anschließend die Samen.
Wie lange brauchen die Samen?
Nach der Bestäubung braucht das Female noch mehrere Wochen.
Als grobe Orientierung kannst du mit ungefähr 5–7 Wochen nach der Bestäubung rechnen. Der genaue Zeitpunkt hängt von der Genetik und ihrer Entwicklung ab.
Die Samen reifen während dieser Zeit innerhalb der bestäubten weiblichen Blüten heran.
Sind Pflanze und Samen vollständig ausgereift, wird die weibliche Pflanze geerntet.
Anschließend können die reifen Samen aus den Blüten entnommen werden.
Fazit
Damit ist der grundlegende Breeding-Prozess abgeschlossen:
Male auswählen → Female auswählen → Pollenreife → Bestäubung → Befruchtung → Samenreife → Ernte
Der Male liefert den Pollen, das Female trägt die entstehenden Samen bis zur Reife.
Nach der Ernte werden die reifen Samen aus den Blüten entnommen – und genau dort endet dieser Breeding-Prozess.




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